jeweils donnerstags 16 - 21 Uhr Filmaufführungen am 17./24./31.1. und 7./14./21./28.2.2019

Wir leben im Anthropozän, Kapitalozän oder Chthuluzän – einem Zeitalter, in dem der menschliche Einfluss auf die Erde das Schicksal vieler Lebewesen entscheidend mitgestaltet. Was wir heute tun, bestimmt unsere Umwelt und das Zusammenleben menschlicher und nichtmenschlicher Wesen – Tiere, Pflanzen und Maschinen – bis weit in die Zukunft.

© Fabrizio Terranova, Courtesy Icarus Films
Screenshot „Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival“

Zu Beginn der Reihe „Wir wollen machen!“ zeigt das DAZ eine Installation aus drei Filmbeiträgen, die sich künstlerisch mit dem Thema des ökologischen Wandels auseinandersetzen.

Folgende Filme laufen von 16 Uhr bis 19 Uhr in der Schleife:
Pumzi (von Wanuri Kahiu, Kenia 2017, 22 Minuten)
A Film Reclaimed (von Ana Vaz und Tristan Bera, Portugal 2015, 19 Minuten)

Jeweils um 19 Uhr wird Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival (von Fabrizio Terranova, Belgien 2016, 90 Minuten, OV) im Saal projiziert.

Für Getränke während der Filmvorführungen ist gesorgt.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwenig.

Informationen zu den Filmen:
Pumzi (von Wanuri Kahiu, Kenia 2017)
Die Filmemacherin Wanuri Kahiu versteht sich als Geschichtenerzählerin und Seherin: In Afrika seien Geschichten immer schon „science“, „science fiction“ oder „fantasy“ gewesen. In diesem Sinn sei Pumzi (Swahili für Atem) kein Science-Fiction, auch wenn der Film in einer dystopischen Zeit nach dem Wasserkrieg handelt. Es ist eine ressourceneffiziente und von Frauen regierte Welt ohne Natur. Ein Samen und der Geruch der feuchten Erde geben der Protagonistin die Vision eines anderen Lebens, die sie sowohl mit ihren Messgeräten als auch mit ihren Sinnen erspürt. So macht sie sich auf, aus der geschlossenen Überwachungsgesellschaft auszubrechen und in der Wüste einen Baum zu pflanzen. Sie gibt dem „Mother Tree“ ihr letztes Wasser und legt sich bei ihm nieder.

A Film Reclaimed (von Ana Vaz und Tristan Bera, Portugal 2015)
Für Ana Vaz und Tristan Bera ist das Anthropozän nicht nur ein geologisches Zeitalter, sondern „eine politische, wirtschaftliche und soziale Krise“, die sie mit den Mitteln der Kinematografie reflektieren: Bildund Textassemblagen, die auf selbstgedrehtem Bildmaterial und Found Footage basieren, erzählen von den Einflüssen und Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Ökologie der Erde und ihrer Bewohner und Bewohnerinnen. In ihrem poetischen Essay gelingt es den beiden, durch formale Innovation und ethnografische wie spekulative Bezüge neue und multiple Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart herzustellen.

Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival (von Fabrizio Terranova, Belgien 2016)
Fabrizio Terranovas Film ist ein Portrait der Biologin und feministischen Wissenschaftsphilosophin Donna Haraway, die zu den einflussreichsten Denkerinnen und Kommentatorinnen der Gegenwart gehört. Der Brüsseler Filmemacher Fabrizio Terranova verbrachte mehrere Wochen mit Donna Haraway in ihrem Haus in Südkalifornien. Terranova erkundete Haraways persönliches Universum und die über viele Jahre dauernde Entwicklung ihrer Ansichten über Verwandtschaft und planetarisches Wohlergehen. Dies mündet in ein Portrait bei dem Haraway in ihrer persönlichen Umgebung spricht. Ihre narrativen Techniken – die ein rebellisches und hoffnungsvolles Universum malen, das mit Lebewesen und Transspezies gefüllt ist – werden von Terranova mit Greenscreen-Projektionen und Archivmaterial visualisiert.

Die Filmauswahl stammt aus der am HeK (Haus der elektronischen Künste Basel) gezeigten Ausstellung „Eco-Visionaries. Kunst, neue Medien und Ökologie nach dem Anthropozän”, kuratiert von Sabine Himmelsbach, Karin Ohlenschläger und Yvonne Volkart.

Foto: Till Budde Filmvorführung im DAZ